201912.09
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Missbrauch des Vertrauens in das Wirtschaftsgeschäft

Wer in das Wirtschaftsgeschäft gegen die Schutzpflicht der Eigentumsinteressen (die sich auf dem Gesetz, einer Entscheidung der  Verwaltungs- oder Justizbehörde, dem Rechtsgeschäft oder einer Treuhandbeziehung basieren) verstößt, und damit für sich oder eine andere Person einen rechtswidrigen materiellen Gewinn erbringt und auch auf diese oder andere Weise der Person, für deren Interessen er verpflichtet ist zu sorgen, den  Schaden verursacht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis fünf Jahren bestraft. Wurde ein erheblicher materieller Gewinn oder ein erheblicher Schaden erzielt, wird der Täter mit einer Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren bestraft.

Ein erheblicher materieller Gewinn oder erheblicher Schaden beantragen  nach der Rechtsprechung über 60.000,00 HRK.

Hier sind einige Beispiele für diese Straftat in der Praxis, z. B. die Handlungen einer verantwortlichen Person in einer Rechtsperson mit dem Ziel, auf Kosten ihrer eigenen Rechtsperson einen rechtswidrigen materiellen Gewinn für eine andere Rechtsperson zu erzielen (z. B. falsche Meldungen, Bilanzen, Schätzungen).

Außerdem  ist das ein Fehlverhalten bei der Leitung, Verwahrung, Verfügung und allgemeiner Sorge um Eigentum anderer Person. Darüber hinaus ist das auch der Abschluss der Rechtsgeschäfte gegen die Befugnisse oder Interessen des Eigentümer.

Missbrauch bei der  Abhebung von Geld von einem Handelsgesellschaft, die dazu führt, dass seine Gläubiger sich nicht befrieden können oder kaum dazu in der Lage sind – dies ist insbesondere der Fall bei verbundenen Gesellschaften.

Verwendung des Gesellschaftsvermögens zum Erwerb des Anteils seines Mitglieds in einer anderen Gesellschaft, obwohl für eine solche Veräußerung keine wirtschaftliche Rechtfertigung besteht.

Zinsfreie Ausleihe des Gesellschaftsvermögens an einer anderen  Gesellschaft  oder Mitglied der Gesellschaft oder mit ungerechtfertigt niedrigen Zinssätzen und langer Laufzeit.

Wenn ein Mitglied der Gesellschaft (als Gläubiger) die Mittel unter ungünstigen Bedingugen der Gesellschaft gibt und damit profitiert, was für seine Position unsachgemäß ist.

Die Ziehung des Gesellschaftsvermögens aus der Gesellschaft durch fiktive Geschäfte, häufig durch Offshore-Gesellschaften.

Diese Straftat kann durch Handlung oder Unterlassung begangen werden. Bei der Beurteilung der Existenz einer Straftat muss man von den Grundsätzen des Verhaltens im Geschäftsbetrieb ausgehen: Bei der Erfüllung von Verpflichtungen ist die verantwortliche Person verpflichtet, als ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsmann zu handeln.